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Interview mit Sadao Nakajima auf dem JFFH 2009

Zu meinen persönlichen Highlights beim JFFH zählt jedes Jahr aufs Neue der Sonntagvormittag mit dem Filmfrühstück. Die Atmosphäre beim gemeinsamen Croissant-Essen und Kaffeetrinken hat so was entspanntes, familiäres – einfach wunderbar! Im vergangenen Jahr wurde das Filmfrühstück noch zusätzlich geadelt durch den Besuch von Sadao Nakajima, dem unsere Retrospektive gewidmet war.

Nakajima wurde am 8. August 1934 in Chiba, östlich von Tokyo, geboren. 1959 begann er seine Karriere in der Goldenen Ära des japanischen Films beim Studio Toei, dem er für den Rest seiner Laufbahn treu blieb. 1964 gab er sein Regie-Debut mit „Kunoichi Ninpo“ und galt bald als einer der produktivsten und verlässlichsten Regisseure Toeis, und als Erfolgsgarant noch dazu. Er arbeitete in seiner Karriere mit den größten Stars und Talenten des Studios, sowohl vor als hinter der Kamera.

Drei seiner Filme konnten wir auf dem JFFH2009 zeigen und damit Einblick in verschiedene Aspekte und Phasen seines Schaffens geben. Im Rahmen des Filmfrühstücks lief Appassionata, eines seiner Spätwerke. Aus den 1970ern waren zwei seiner aufsehenerregendsten Filme vertreten, nämlich Crazed Beast und Escape from Hiroshima Prison.

Die offene und realistische Darstellung der Brutalität des Gefängnislebens speziell in „Escape from Hiroshima Prison“ verursachte sogar eine öffentliche Debatte in Japan. Der Film dreht sich um einen kleinkriminellen Anti-Helden, der in den Nachkriegsjahren mehrfach inhaftiert wird, aber getrieben von unbändigem Freiheitswillen immer wieder aus dem Gefängnis ausbricht – um auf tragikomische Art und Weise wenig später schon wieder im Gefängnis zu landen.

Nach der Vorstellung berichtete Sadao Nakajima im Gespräch mit dem Publikum, was er an dieser Figur so reizvoll fand und worum es ihm mit dem Film ging. Die beiden folgenden Clips zeigen Ausschnitte aus dieser Gesprächsrunde:

Weitere Hintergrundinformationen zu Sadao Nakajima sowie unserer Retrospektive „Sadao Nakajima – Absurdität und Rebellion“ aus dem Jahr 2009 kannst du diesem pdf-Dokument entnehmen.

PS: Dank an Junpei, unseren Dolmetscher, und Marcel fürs Mitschneiden und Aufbereiten des Gesprächs!

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