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Wie alles begann…

28. Februar 2010 Kommentare deaktiviert für Wie alles begann…

Obwohl selbst erst seit gut zwei Jahren beim JFFH aktiv, bin ich doch irgendwie in die Rolle des Festivalchronisten geschliddert: Alte Programmhefte stapeln sich in Kartons, auf der Festplatte liegen gescannte Fotos aus dem letzten Jahrtausend und Festival-Anekdoten schlummern in Textdateien. Da es im Moment vom JFFH2010 noch nichts weltbewegend neues zu berichten gibt, ist jetzt der perfekte Moment um mal zu erzählen, wie das eigentlich alles losging mit dem JFFH… damals, im letzten Jahrtausend.

Am Anfang war die Begeisterung von Torsten „Stickel“ Stegmann und Jan „Bammel“ Fangmeier für japanische Filme und das ausgeprägte Sendungsbewusstsein der beiden. Das brachte sie Ende der 1990er auf die Idee, ihre geliebten Filme dem Ham­burger Publikum vorzustellen und näher zu bringen. An ein re­gelmäßiges Fes­tival dachte zunächst noch keiner der beiden, vielmehr sollte eine erst­mal eine Filmreihe im 3001 das Japanische Kino der 90er Jahre vor­stellen.

Filmfest-Team mit Gästen

Zusammen mit Susi Montgomery sowie der Unterstützung des 3001 Kinos und der Ham­burger Filmförderung machten sich die beiden daran, erste Kontakte nach Japan zu knüpfen und ein Filmprogramm auf die Beine zu stel­len. Als das erste Japanische Filmfest im deutschsprachigen Raum konnten sie dabei auf keinerlei Vorarbeiten oder Erfahrungen zu­rückgreifen. Entgegen kam ihnen aber, dass Rapid Eye MoviesSwallowtail Butterfly“ von Shunji Iwai in die deutschen Kinos bringen wollte und dabei half, eine Iwai-Retrospektive zu­sammenzustellen. Außerdem stellte die Japan Foundation in Köln meh­rere Filme kostenlos bereit. So konnten in den ers­ten beiden Dezemberwochen stattliche 22 Filme gezeigt werden, darunter Meisterwerke wie Takeshi Kitanos „Kids Return“, Hayao Miyazakis „Prinzes­sin Mononoke“ und drei Filme von Shunji Iwai.

Auch Iwai selbst wurde nach Hamburg eingeladen. Da er in Japan allerdings schon ein großer Star war, stellte er zuerst hohe Ansprüche: Ein Flug erster Klasse sollte es schon sein, und mit dem angebotenen Hotel war er auch nicht zufrieden. Als er aber merkte, dass in Hamburg ein kleines, begeistertes Team junger Filmbegeisterter fast ohne Mittel absolute Pionierarbeit leistete, ver­zichtete er auf Vorzugsbehandlung und zahlte sein Hotel schließlich aus eigener Tasche.

Die Begeisterung der drei Festivalgründer sprang aber nicht nur auf Iwai-san über, sondern auch auf das Publikum: Die Zuschauer strömten in die Filme und waren be­geistert, das 3001 hatte eine sensationelle Auslastung. Der Erfolg übertraf alle Erwartungen und so war bald klar, dass aus der zweiwöchigen Filmreihe ein richtiges, jährlich stattfindendes Festival werden sollte. Das JFFH war geboren.

Auch der Regisseur wurde nach Hamburg eingeladen, stellte aber hohe Ansprüche, da er in Japan schon ein großer Star war: Ein Flug erster Klasse sollte es schon sein, und mit dem angebotenen Hotel war er auch nicht zufrieden. Als er aber merkte, dass es in Hamburg darum ging, die Pionierarbeit junger Filmbegeisterter zu unterstützen, ver­zichtete er auf Vorzugsbehandlung.

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