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	<title>JFFHblog &#187; Film</title>
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	<description>Ein Filmfest zum Anfassen</description>
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		<title>Interview mit Sadao Nakajima auf dem JFFH 2009</title>
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		<pubDate>Sun, 10 Jan 2010 15:00:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Klaus</dc:creator>
				<category><![CDATA[Film]]></category>
		<category><![CDATA[Interview]]></category>
		<category><![CDATA[JFFH]]></category>
		<category><![CDATA[Retrospektive]]></category>

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		<description><![CDATA[Zu meinen persönlichen Highlights beim JFFH zählt jedes Jahr aufs Neue der Sonntagvormittag mit dem Filmfrühstück. Die Atmosphäre beim gemeinsamen Croissant-Essen und Kaffeetrinken hat so was entspanntes, familiäres &#8211; einfach wunderbar! Im vergangenen Jahr wurde das Filmfrühstück noch zusätzlich geadelt durch den Besuch von Sadao Nakajima, dem unsere Retrospektive gewidmet war. Nakajima wurde am 8. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Zu meinen persönlichen Highlights beim JFFH zählt jedes Jahr aufs Neue der Sonntagvormittag mit dem Filmfrühstück. Die Atmosphäre beim gemeinsamen Croissant-Essen und Kaffeetrinken hat so was entspanntes, familiäres &#8211; einfach wunderbar! Im vergangenen Jahr wurde das Filmfrühstück noch zusätzlich geadelt durch den Besuch von Sadao Nakajima, dem unsere Retrospektive gewidmet war.<br />
<span id="more-91"></span><br />
Nakajima wurde am 8. August 1934 in Chiba, östlich von Tokyo, geboren. 1959 begann er seine Karriere in der Goldenen Ära des japanischen Films beim Studio Toei, dem er für den Rest seiner Laufbahn treu blieb. 1964 gab er sein Regie-Debut mit &#8220;Kunoichi Ninpo&#8221; und galt bald als einer der produktivsten und verlässlichsten Regisseure Toeis, und als Erfolgsgarant noch dazu. Er arbeitete in seiner Karriere mit den größten Stars und Talenten des Studios, sowohl vor als hinter der Kamera.</p>
<p>Drei seiner Filme konnten wir auf dem JFFH2009 zeigen und damit Einblick in verschiedene Aspekte und Phasen seines Schaffens geben. Im Rahmen des Filmfrühstücks lief <a href="http://www.jffh.de/2009/appassionata/">Appassionata</a>, eines seiner Spätwerke. Aus den 1970ern waren zwei seiner aufsehenerregendsten Filme vertreten, nämlich <a href="http://www.jffh.de/2009/crazed-beast/">Crazed Beast</a> und <a href="http://www.jffh.de/2009/escape-from-hiroshima-prison/">Escape from Hiroshima Prison</a>. </p>
<p>Die offene und realistische Darstellung der Brutalität des Gefängnislebens speziell in &#8220;Escape from Hiroshima Prison&#8221; verursachte sogar eine öffentliche Debatte in Japan. Der Film dreht sich um einen kleinkriminellen Anti-Helden, der in den Nachkriegsjahren mehrfach inhaftiert wird, aber getrieben von unbändigem Freiheitswillen immer wieder aus dem Gefängnis ausbricht &#8211; um auf tragikomische Art und Weise wenig später schon wieder im Gefängnis zu landen. </p>
<p>Nach der Vorstellung berichtete Sadao Nakajima im Gespräch mit dem Publikum, was er an dieser Figur so reizvoll fand und worum es ihm mit dem Film ging. Die beiden folgenden Clips zeigen Ausschnitte aus dieser Gesprächsrunde:</p>
<p><object width="5900" height="360"><param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/5ZS9nerFsOk&#038;hl=de_DE&#038;fs=1&#038;"></param><param name="allowFullScreen" value="true"></param><param name="allowscriptaccess" value="always"></param><embed src="http://www.youtube.com/v/5ZS9nerFsOk&#038;hl=de_DE&#038;fs=1&#038;" type="application/x-shockwave-flash" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true" width="590" height="360"></embed></object></p>
<p><object width="590" height="360"><param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/i9NM0GL1XrI&#038;hl=de_DE&#038;fs=1&#038;"></param><param name="allowFullScreen" value="true"></param><param name="allowscriptaccess" value="always"></param><embed src="http://www.youtube.com/v/i9NM0GL1XrI&#038;hl=de_DE&#038;fs=1&#038;" type="application/x-shockwave-flash" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true" width="590" height="360"></embed></object></p>
<p>Weitere Hintergrundinformationen zu Sadao Nakajima sowie unserer Retrospektive &#8220;Sadao Nakajima &#8211; Absurdität und Rebellion&#8221; aus dem Jahr 2009 kannst du diesem <a href="http://www.jffh.de/download-manager.php?id=7">pdf-Dokument</a> entnehmen.</p>
<p>PS: Dank an Junpei, unseren Dolmetscher, und Marcel fürs Mitschneiden und Aufbereiten des Gesprächs!</p>
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		<title>Die letzte Reise</title>
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		<pubDate>Sun, 27 Dec 2009 08:52:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Darius</dc:creator>
				<category><![CDATA[Film]]></category>
		<category><![CDATA[J-Culture]]></category>

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		<description><![CDATA[Seit dem 16. November läuft „Nokan – Die Kunst des Ausklangs“ (Jap.: Okuribito) in den deutschen Kinos. Dieses japanische Melodram von Yôjirô Takita aus dem Jahre 2008 wurde als bester fremdsprachiger Film mit einem Oscar ausgezeichnet. Protagonist dieser Geschichte ist Daigo Kobayashi, ein Cellist, der nach Auflösung seines Orchesters in Tôkyô mit seiner Frau in seinen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Seit dem 16. November läuft „Nokan – Die Kunst des Ausklangs“ (Jap.: <em>Okuribito</em>) in den deutschen Kinos. Dieses japanische Melodram von Yôjirô Takita aus dem Jahre 2008 wurde als bester fremdsprachiger Film mit einem Oscar ausgezeichnet. Protagonist dieser Geschichte ist Daigo Kobayashi, ein Cellist, der nach Auflösung seines Orchesters in Tôkyô mit seiner Frau in seinen ländlicheren Heimatort zurückkehrt. Er stößt auf eine Anzeige einer vermeintlichen Reiseagentur und will sich dort vorstellen. Dieses Unternehmen allerdings hilft nicht bei irgendeiner, sondern bei DER letzten Reise; es handelt sich um ein Bestattungsunternehmen, das sich die Aufbahrung (<em>nôkan</em>) der Verstorbenen zur Aufgabe macht. Daigo entdeckt schon bald seine Berufung in dieser Arbeit, aber auch Probleme, die diese mit sich bringt…<br />
<span id="more-42"></span><br />
Religion hat in dem oscargekrönten Werk unerwarteterweise wenig Präsenz. Ebenso die Erläuterung gewisser Bräuche bzw. bestimmter Hintergründe. Daher habe ich  in den folgenden Zeilen einige Aspekte der japanischen Beerdigung, und mit einem kleinen Exkurs in die japanische Göttermythologie einen Ursprungsaspekt ritueller Verunreinigung  skizziert.</p>
<p>Die größten Religionen Japans sind der indigene Shintoismus (<em>shintô</em>) und der im 6. Jahrhundert über Korea überlieferte Buddhismus (<em>bukkyô</em>), welcher in der Regel für Bestattungen und Friedhöfe in Japan verantwortlich ist. Eine buddhistische Beerdigung könnte man in vier Phasen einteilen: </p>
<p>1) die Totenwache (<em>tsuya</em>), bei der die Familie bzw. enge Freunde eine ganze Nacht beim Leichnam verbringen (evtl. rezitiert ein Mönch Sutren zur Beschwichtigung des Geistes des Verstorbenen).<br />
2) Beerdigung (<em>sôshiki</em>): Stirbt eine Person, kann sich ein Mönch des Familientempels in unmittelbarer Nähe um Bestattungsfragen wie Zeremonien (Rezitation von Sutren) kümmern. Mönche arbeiten auch mit Bestattungsunternehmen (<em>sôgiya</em>) zusammen. Ebenso die Aufbahrer (<em>nôkanshi</em>).  Utensilien zur Bestattung wie Altare,  Weihrauch, Blumen, Glocken, Todesroben etc. können zur Verfügung gestellt werden, angepasst an die Religionszugehörigkeit der Verstorbenen. Auch die Frontverzierungen der Särge variieren je nach Glaubensrichtung. Auf einem dekorierten Altar befindet sich u.A. ein Foto, Weihrauch, eine Glocke und eine Schale Reis mit aufrecht hineingesteckten Essstäbchen (das Hineinstecken ist sonst natürlich ein Tabu) als Mahlzeit für die Reise der verstorbenen Person. Einäscherung ist in Japan die übliche Form der Bestattung und jeder Japaner (ausgenommen Christen u. Juden) erhalten nach dem Tod einen neuen Namen.<br />
3) Dem 7. Tag nach dem Tod (<em>shonanoka</em>) kommt eine besondere Bedeutung zu, da der Glaube besteht, dass der Geist des Verstorbenen eine Woche nach seinem Tod zurückkehrt. Daher werden im Haus der Familie oder im Tempel Sutren rezitiert.<br />
4) Der 49. Tag nach dem Tod (<em>shijûkunichi</em>) bezeichnet den Übergang der Seele vom Diesseits (konoyo) ins Jenseits (<em>anoyo</em>). </p>
<p>Mitte August jeden Jahres gibt es außerdem das buddhistische Totengedenkfest „<em>o-bon</em>“, bei dem Familien die Gräber ihrer Ahnen besuchen. Rund um die eigentliche Bestattung gibt es also verschiedene Zeiträume im Jahr, an denen man den Verstorbenen gedenkt. Täte man das nicht, bzw. rituell nicht korrekt, so könnte man vielleicht von den Ahnen in Form von Geistern heimgesucht werden (Rache-/Hungergeister).</p>
<p>In „Nokan – Die Kunst des Ausklangs“ erfährt Daigo Kobayashi als Aufbahrer soziale Ausgrenzung und Abneigung gegenüber seiner Arbeit. Sie wird als unrein empfunden. Dies mag möglicherweise auch mit der Assoziation der rituellen Verunreinigung (<em>kegare</em>) zusammen hängen, ein Begriff, der in erster Linie mit dem Shintoismus und dem Zwist des japanischen Urgötterpaares Izanagi und Izanami in Verbindung gebracht wird. Izanami stirbt bei der Geburt des Feuergottes und Izanagi folgt ihr in die Unterwelt. Er wird jedoch von Dämonen und Izanami verjagt, da er Izanamis nun schreckliches Antlitz entgegen ihrer warnenden Worte erblickte. So verschloss er den Eingang zur Unterwelt und unterzog sich einer rituellen Waschung, da er verunreinigt war. Zugegeben ein sehr berühmtes Beispiel für japanische Unreinheitsaspekte (die ja auch im Buddhismus präsent sind), aber das Thema Tod, Religion und Bestattung in Japan lässt sich weder in wenigen Sätzen, noch in einem Film auf den Punkt bringen.</p>
<p>„Nokan – Die Kunst des Ausklangs“ erzählt von den Wegen des Lebens, vom Schicksal, dem Band der Familie und von einer Kunst, die zu Unrecht unter einem schlechten Ruf zu leiden hat.  Eine weitere Botschaft des Films, nämlich dass auch gutes Essen das Leben ausmacht, kann fast nicht japanischer sein. Der Besuch im Kino lohnt!</p>
<p>Mehr Infos zum Film auf der <a href="http://www.nokan-der-film.de">offiziellen Webseite</a>.</p>
<p>Literatur:<br />
Iwasaka, M./Toelken, B.: Ghosts and the Japanese. Cultural Experience in Japanese Death Legends. 1994. Logan, Utah</p>
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